Gefälschter Honig

Ist der Honig echt? Woher weiß ich als Konsument/Verbraucher, ob es richtiger Bienen-Honig ist oder eine Honigfälschung? Günstiger Honig wird in vielen Supermärkten angeboten, doch wie erkenne ich Honigfälschungen? Echter Imkerhonig ist meistens nicht ganz so billig zu haben, denn bei uns gibt es nicht das ganze Jahr für die Bienen Nektar zu sammeln. Die Fütterung und Pflege der Bienen kostet Geld und Zeit.

Ein Hobby kostet Geld

Einige Hobby-Imker verkaufen ihren Honig sehr günstig, weil sie ihn „loswerden“ wollen. Das ist zwar einerseits verständlich, denn diese Imker wollen sich mit den Bienen beschäftigen und mit dem vielen Honig gar nicht so viel zu tun haben. Es ist nur ihr Hobby und das kostet normalerweise Geld, so wie Ski-Fahren oder Wandern. Aber leider ist es sehr unsolidarisch gegenüber den Imkern/Imkerinnen, die das als Einkommensquelle nutzen wollen (oder müssen). Denn ein Berufsimker arbeitet mit den Bienen, weil es ihm einerseits Spaß macht, anderseits weil er damit das Geld für sein Einkommen und für seine Helfer verdienen möchte. Sonst kann er diesen Beruf nicht mehr ausüben.

Landwirtschaftliche Produktion kostet Geld

Das ist wie in der ganzen Landwirtschaft. Diesen Beruf kann man lieben, denn es ist toll mit der Natur und den Tieren zu arbeiten. Wie Landwirte / Imker (gilt auch für die Frauen) arbeiten in der Regel mehr als 40 Stunden und die Familie hilft (meist kostenlos) mit, damit die Ernten eingefahren werden können, oder der Boden bearbeitet wird. Das freie Wochenende, das man als Arbeitnehmer genießen kann, gibt es für landwirtschaftliche Familien in der Form nicht. Denn auch am Wochenende müssen Tiere versorgt oder Kühe gemolken werden. Das kostet Geld, denn diese Arbeit kann niemand als Hobby leisten, so dass alle genug zu Essen haben. Die Lebensmittelherstellung ist Zeit- und Kostenintensiv.

Neu: DNA Analysen auch bei Honig

In einigen großen Ländern dieser Erde werden leider viele Fälschungen für Honig hergestellt, denn damit ist sehr viel Geld zu verdienen. Aufgedeckt haben diesen Umstand in den letzten zwei Jahren die Berufsimker und einige Imker aus Verbänden. Sie wollen die Politik dafür sensibilisieren, diese Honige an Deutschlands Grenzen abzuweisen. Relativ einfach DNA-Tests können beweisen, was im Honig steckt. Im Imkerhonig findet sich normalerweise die DNA von Bienen, den Bienenweidepflanzen und auch in geringen Spuren vom Imker / der Imkerin.

Was ist DNA?

Mit Hilfe von DNA-Spuren können heute Verbrechen eindeutig den Menschen oder Tieren zugeordnet werden, die sie begangen haben. Denn die DNA enthält die Erbinformationen unserer Zellen. Siehe auch Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Desoxyribonukleinsäure. So kann man auch im Honig nachweisen, welcher Ursprung – also welche Erbinformationen von Pflanzen und Wesen – darin enthalten ist.

DNA von Weizen, Soja und Reis

Wenn der Hauptanteil der DNA im Honig aus Weizen, Soja und Reis kommt, dann weiß man, dass das nicht die Biene gemacht haben kann. Denn dann müsste man DNA von Bienen und ihren Bienenweidepflanzen finden. Die Bienen machen aber nichts mit Weizen, Soja oder Reis. Es kann sein, dass sie Sojabruchstücke aus der Landwirtschaft „höseln“ (in ihren Beinhöschen nach Hause tragen) wenn sie im Sommer keine Futterpflanzen in der Natur finden. Aber solche Sojabruchstücke sollten sowieso nicht frei für Insekten verfügbar sein, sondern in verschlossenen Lagern vorgehalten werden. Denn das verhindert auch Verschmutzung durch Vögel oder Mäuse. Zur Info: es handelt sich dabei um ein Produkt zur Fütterung von Wiederkäuern (z.B. Kühe). Doch kommen wir zurück zum Honig: echt oder Honigfälschung? Honigfälschungen entstehen, weil Sirup von Getreidearten (z.B. Weizen) oder Soja oder Reis zugefügt wird.

Wenn Honig zu billig ist

Wenn Honig zu billig ist, kann er weltweit eigentlich nicht von Bienen und ihren Imkern stammen. Denn um den Preis von 2,99 Euro pro 500 g Glas lässt sich kein Imkerhonig herstellen, ins Glas bringen und im Supermarkt anbieten. Natürlich kann eine große Imkerei kostensparender arbeiten, denn ob ich mit der großen Honigschleuder eine Tonne Honig schleudere oder drei Tonnen, da kostet die Schleuder den gleichen Preis.

Wenn der Honig von den Bienen produziert ist, muss er für eine cremige Konsistenz bearbeitet werden, ins Glas gefüllt und zum Händler gebracht werden. Von dort kommt er dann in den Supermarkt und sowohl der Händler als auch der Supermarkt braucht eine Marge (einen Kostenanteil vom verkauften Honig), damit die Leute bezahlt werden können, die den Versand organisieren und die Regale im Supermarkt füllen oder an der Kasse sitzen.

Kaufe keinen zu billigen Honig

Wenn Honig echt sein soll und keine Honigfälschung, dann sollte ich nicht das billigste Glas Honig kaufen, denn möglicherweise ist es kein richtiger Bienenhonig, sondern ein mit Sirup gestrecktes Produkt.

Unsere Regierung sollte dafür sorgen, dass gefälschter Honig nicht im Supermarktregal landet. Denn unsere Honigverordnung schreibt vor, dass im Produkt Honig auch nur Honig drin sein darf. Honig ist von den Bienen hergestellt und zwar vom Nektar aus Blüten und/oder Honigtau der Bäume.

Deshalb achten Sie auf die Qualität, wenn Sie Honig kaufen. Schauen Sie auf die Herkunft des Honigs im Supermarkt-Regal oder gehen Sie am Besten direkt zur Imkerei Ihres Vertrauens. Dann zahlen Sie vielleicht etwas mehr als im Supermarkt, aber Sie bekommen auch wirklich echten Bienenhonig.
Wenn Ihre Imkerei des Vertrauens den Honig aus der Umgebung im Supermarkt anbietet, dann können Sie davon ausgehen, dass die Imkerei den Honig direkt zu diesem Supermarkt bringt. Es ist kein Händler mehr dazwischen geschaltet und Sie bekommen das Original-Produkt aus der Imkerei. Dann ist der Honig in der Regel echt und keine Honigfälschung.

Imkerei des Vertrauens

Ihr Imkereibetrieb des Vertrauens arbeitet transparent und ist offen für Ihre Fragen. Honig wird dort nur aus hellen Waben geschleudert werden, idealerweise sind das reine Honigwaben. In diesen Waben wird keine Brut ausgebrütet, die die Waben mit der Zeit dunkel machen.

Damit nicht versehentlich Futterwaben in den Honig wandern, was auch eine Verfälschung wäre, sollte die Imkerei so arbeiten, dass keine Verwechslungen stattfinden können. Fragen Sie in der Imkerei nach, wenn es einen Tag der offenen Tür gibt oder wenn Sie jemanden aus der Imkerei am Supermarktregal antreffen. Idealerweise verkauft die Imkerei nur eigen erzeugten Honig.

Unsere Bio-Imkerei verkauft nur eigen erzeugte Bio-Honige. Wir kaufen keinen Honig von anderen Imkereien zu. So haben wir immer die Kontrolle darüber was in unserem Honigglas drin ist. Die Rückverfolgbarkeit geht bis zum Bienenstand zurück, an dem die Bienen den Honig gesammelt haben. Im Honigbuch wird vermerkt, welcher Honig wo und in welcher Menge von den Bienen gesammelt bzw. hergestellt wurde. Im Abfüllprotokoll steht, welcher Honig aus welcher Charge in wie viele Gläser abgefüllt wurde. Die Bio-Kontrolle prüft diese Unterlagen mindestens einmal pro Jahr.

Im Frühling werden Futterwaben im untersten Bienenstock so platziert, dass das Futter den Bienen zur Verfügung steht, aber dass es nicht in die Honigräume umgetragen wird. So können wir jederzeit sagen, dass unser Bio-Honig echt ist und keine Honigfälschung passierte.

Honig ist normalerweise echt und keine Honigfälschung, wenn Sie direkt in der Imkerei Ihres Vertrauens kaufen

Unsere Honigverkaufstellen finden Sie unter Produkte, da wir leider kaum Zeit haben, den Honig direkt bei uns in der Imkerei anzubieten.
Wir sind oft unterwegs und gehen auch noch anderer Arbeit nach. Deshalb verkaufen die Supermärkte und Hofläden in unserer Umgebung den von uns regional erzeugten Bio-Honig.
Der Honig wird immer von uns direkt ins Glas abgefüllt und mit einem Siegeletikett verschlossen.

Links zum Thema Honigfälschung / Honigverfälschung

Hier einige Links zu Beiträgen zum Thema Honigfälschung:

Wikipedia zum Thema DNA: https://de.wikipedia.org/wiki/Desoxyribonukleinsäure
Wikipedia zum Thema Honigfälschung: https://de.wikipedia.org/wiki/Honig#Honigfälschungen

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